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Kartoffel: Gesunde Knolle – besser als ihr Ruf

In Deutschland ist sie eines der wichtigsten Nahrungsmittel: Die Kartoffel. Sie enthält wenig Kalorien, wertvolles Eiweiß und sättigt gut. Bei richtiger Lagerung ist sie lange haltbar
aktualisiert am 31.05.2014

Die Kartoffel ist eine unterirdisch wachsende Knolle

Thinkstock/iStockphoto

Inhaltsstoffe der Kartoffel: Stärke und wertvolles Eiweiß

Durch ihren hohen Wasseranteil von 77 Prozent ist die Kartoffel gar nicht so kalorienreich. Ernährungsphysiologisch wertvoll macht die Knolle ihr hoher Anteil an Kohlenhydraten in Form von Stärke und das in der Kartoffel enthaltene Eiweiß. Unter den Mineralstoffen ist der Kalium-Gehalt hervorzuheben. Darüber hinaus sättigen Kartoffeln gut.

Herkunft: Import aus Übersee

In den Anden wurde die Kartoffel bereits sehr früh angebaut. Spanische Seefahrer brachten sie im 16. Jahrhundert zu den britischen Inseln und nach Europa, wo sie sich rasch verbreitete, auch wenn sie zunächst nur als Zierpflanze in botanischen Gärten angepflanzt wurde. Schriftlich nachzuweisen ist die Kartoffel erstmals 1596 in einem Buch des englischen Botanikers John Gerard. Nicht zuletzt weil sie lange falsch zubereitet worden war, hielt sich das Gerücht, die Kartoffel sei nicht zum Verzehr geeignet. Preußenkönig Friedrich II befahl schließlich im Jahr 1756 den Anbau der Knolle in Deutschland als Mittel gegen Hungersnöte. Da sie zur Nahrungsquelle für große Teile der Bevölkerung wurde, war man auf gute Ernten angewiesen. Als die zwischen 1845 und 1849 aber ausblieben, verhungerten in Irland Millionen Menschen.

Heute nehmen Kartoffeln mit weltweit über 5000 Sorten auf der Rangliste der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Welt den vierten Platz ein. Der deutsche Name der Pflanze leitet sich aus dem italienischen Wort für Trüffel, "tartufolo", ab.

Botanik: Krautige Pflanze mit unterirdischer Knolle

Das Nachtschattengewächs Solanum tuberosum ist eine kletternd wachsende, krautige Pflanze mit einer unterirdischen Knollenfrucht. Überirdisch bildet sie zusätzlich eine gelblich-grüne Beere mit zwei Kammern, die viele Samen enthalten. Während sich aus den Augen der Knolle die Laubsprossen entwickeln, wachsen aus den Achselknospen der höher am Spross befindlichen Blätter schräg aufsteigende Laubtriebe, die zu einer starken Verzweigung des Kartoffelkrautes führen. Aus deren unterirdischem Teil entstehen die Stolonen, deren Enden sich zu Knollen verdicken. Aus deren Knospen entstehen Triebe, die Spross und Wurzeln bilden. Wenn das Knollenwachstum je nach Sorte im Sommer oder Herbst abgeschlossen ist, sterben die Stolonen ab und die Verbindung der Mutterpflanze zu den Tochterknollen löst sich. Bleiben diese in der Erde, treiben sie nach Überwinterung im Frühjahr neu aus.

Kartoffel-Saison: Ernte im Sommer und Herbst

Frühreife Kartoffelsorten werden im Mai und April gepflanzt und nach maximal 110 Tagen im Juni und Juli geerntet. Mittlere und späte Sorten haben eine längere Vegetationsperiode. Beim Kauf ist die Unterscheidung nach den Kocheingenschaften gängig. Es gibt festkochende, vorwiegend festkochende, mehlig kochende und andere Kochtypen.

Lagerung: Dunkel und kühl

Kartoffeln werden das ganze Jahr über angeboten. Damit das möglich ist, werden sie bei entsprechenden Bedingungen gelagert. Zu Hause sollten sie an einem dunklen, am besten vier bis sechs Grad kühlen, gut belüfteten Ort aufbewahrt werden.

Hat eine Kartoffel nach Sonnenlichteinwirkung grün gefärbt oder treibt sie aus, sollte man sie nicht mehr genießen. Zumindest muss sie großzügig ausgeschnitten und geschält werden. Die grünen Pflanzenteile enthalten nämlich vermehrt das giftige Solanin. Solanin geht auch ins Kochwasser über, weshalb dieses nicht mehr verwendet werden sollte.

Tipps zur Zubereitung: Von Bratkartoffeln bis Pürree

Kartoffeln sollte man nur gekocht zu sich nehmen. Die braune Knolle ist fester Bestandteil unseres Speiseplans, die Verwendung ist von ihren Kocheigenschaften abhängig. So eignen sich die festkochenden Sorten am besten als Pell- und Salzkartoffeln sowie für Kartoffelsalat. Zu vorwiegend festkochenden Sorten greift man für die Herstellung von Bratkartoffeln, Rösti oder Pommes frites. Mehligkochende Sorten schmecken in Eintöpfen, Suppen, als Knödel oder Pürree.

 

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Nährwerttabelle: Kartoffel gekocht (pro 100 Gramm)


Energie


kcal
70

Fett


gesamt (g)
Spuren

Kohlenhydrate


gesamt (g)
15

Mineralstoffe (mg)


Natrium (Na)
155
Kalium (K)
380
Calcium (Ca)
5
Magnesium (Mg)
14
Phosphat (P)
30
Eisen (Fe)
0,4
Zink (Zn)
0,3

Vitamine


Beta-Carotin (µg)
5
Vitamin E (mg)
0,1
Vitamin B1 (mg)
0,07
Vitamin B2 (mg)
0,03
Vitamin B6 (mg)
0,14
Folsäure (µg)
10
Vitamin C (mg)
10

 

Quelle der Nährwertangaben: Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle



Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto

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